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Vierbeiner-Sprechstunde

Ist der Hund gesund, freut sich der Mensch – und damit dies auch so bleibt, heißt es in Sachen Hunde-Gesundheit: aufmerksam sein! An dieser Stelle finden Sie Fragen und Antworten zu Krankheiten und Wehwehchen unserer treuen Begleiter. Aber auch über Verhalten und Erziehung soll bei uns gesprochen werden!

Läuft 'Hassos' Nase? Sind 'Bellas' Augen gerötet? Kann 'Jalka' einfach nicht allein sein? Wenn Sie auch eine Frage für unsere Vierbeiner-Sprechstunde haben, schicken Sie diese einfach mit der Betreffzeile 'Antenne-Sprechstunde' an info(at)stadthunde.com ! Wir werden aus allen Einsendungen immer wieder spannende Fragen herauspicken und an dieser Stelle beantworten.

Wichtiger Hinweis: Unser Online-Service ersetzt in keinem Fall einen Gang zum Tierarzt Ihres Vertrauens. Unsere Antworten sollten lediglich als erster Anhaltspunkt zum gesundheitlichen Problem Ihres Hundes gesehen werden.

Border Collie zerstört Sachen, wenn er alleine ist

„Sobald ich meinen Border Collie alleine lasse, geht er mir an sämtliche Sachen z.B. Aquarienzubehör und Kabel, Kinderspielsachen und Kleidung. Aber er hatte vorher Auslauf, Spiel, Spaß und Action. Trotzdem, wenn ich weggehe, macht er mir meine Sachen kaputt, auch wenn er was zum Kauen oder zum beschäftigen bekommt. Heute war wieder so ein Fall: Ich bin mit meiner Mutter zum Einkaufen gefahren, nach zwei Stunden komme ich wieder und finde ein reines Trümmerfeld vor. Kleidung zerfetzt, Aquarien-Deko zerbissen, Fisch-Medikamente am Boden verteilt. Und der Witz an der Sache ist, dass der Rüde doch angehängt war. Er würgt sich anscheinend so ab, dass er noch die Sachen ereichen kann. Neben seinem Platz lag immer noch das Schweineohr, was ich ihm gegeben habe, damit er was zu tun hat. Bitte helfen sie mir und meinen zwei Hunden!“

Marika H. mit ihrem Border Collie

Unsere Expertin: Ein Hunde-Trainer sollte sich Ihre Lage anschauen

Leider schreiben Sie nicht, wie alt Ihr Rüde ist und wie Ihre Situation mit Ihrem zweiten Hund ist. Das macht es mir sehr schwer, Ihnen einen Rat zu geben. Erst einmal muss ich mir die Frage stellen, warum er an Kleider, Kinderspielsachen und/oder Medikamente überhaupt rankommen kann, obwohl er angeleint ist! Räumen Sie diese Sachen einfach weg.
Dann würde ich Ihnen empfehlen, einen Trainer zu Ihnen ins Haus kommen zu lassen, damit sich dieser die Situation vor Ort anschauen kann und mit Ihnen und Ihren Hunden trainieren kann.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem zukünftigen Training.

Ihre Bettina Baumgart

 

Hündin ist noch immer nicht stubenrein

„Meine Hündin ist jetzt fast genau acht Monate alt und macht immer noch in unsere Wohnung! Wir wohnen im 3. Stock und kommen daher nicht schnell genug mit ihr runter,  um sie daran zu gewöhnen draußen zu pinkeln. Wenn wir mit ihr unten sind, habe ich das Gefühl, dass sie dann gar nicht mehr den Zusammenhang versteht! Sie macht es auch nur,  wenn wir nicht im Raum sind - also heimlich -  und wenn ich mit ihr draußen bin, versteht sie auch, dass sie draußen machen muss, macht es auch jedes Mal. Aber trotzdem macht sie heimlich in die Wohnung! Was kann ich da machen?“

Sara J. mit Lisa (acht Monate alt)

Unsere Expertin: Zwei Tipps  für Stubenreinheit bei Ihrer Hündin

Ich möchte Ihnen gerne zwei Tipps geben, um dieses Problem in den Griff zu bekommen:

1. Auch wenn man meinen sollte, dass ein Hund mit acht Monaten stubenrein ist, kann es passieren, dass er in die Wohnung macht. Bitte stecken Sie sich selbst für die nächste Zeit (im Idealfall nicht mehr als zwei Wochen) ein genaues Zeitraster, in dem sie mit Lisa rausgehen. , z.B. alle zwei bis drei Stunden. So geben Sie ihr viel mehr Möglichkeiten, draußen zu pinkeln und sie kommen nicht in die Verlegenheit zu spät dran zu sein. Schauen Sie, wie Lisa darauf reagiert und wenn es gut läuft, dann steigern Sie langsam die Zeitabstände bis hin zu unregelmäßigen Zeiten.

2. Loben Sie Lisa, wenn sie draußen pinkelt. Bestärken Sie damit noch einmal das richtige und gewünschte Verhalten.

Sollte sich das Verhalten nicht ändern, müsste man untersuchen, ob ihr Pinkeln andere Ursachen hat, wie z.B. Blasenschwäche, und/oder ob es ein gezieltes Pinkeln ist, was in den Bereich der Verhaltensauffälligkeit reinfallen würde und mit Ihrer Beziehung zu tun hat. Davon gehe ich aber erst einmal nicht aus. Ich denke, dass es Lisa manchmal nur einfach ein wenig zu lange dauert und sie es nicht mehr halten kann.

Probieren Sie es aus und dann drück ich Ihnen alle Daumen, dass sie nicht mehr soviel putzen müssen J.

Ihre Bettina Baumgart

 

Leptospirose – Krankheitsanzeichen trotz Impfung?

"Ich habe bei meiner Bobtail-Hündin 'Emma' vor Kurzem eine Impfung gegen Leptospirose vornehmen lassen. Besteht nun ein 100%-iger Schutz gegen diese schlimme Krankheit?"

Jana S. mit 'Emma'

Unsere Antwort: Impfung bietet keinen 100%-igen Schutz

Leider nicht. Es gibt insgesamt 200 unterschiedlich gefährliche Stämme der Bakteriengattung Leptospirosa interrogans. Was kaum einer weiß: Unsere Hunde werden  nur gegen zwei von ihnen durch die jährliche Impfung geschützt.

Sollten also die häufigsten Anzeichen für eine Erkrankung - also Rückenschmerzen (der Hund krümmt den Rücken), Erbrechen, Fressunlust, Durchfall, Fieber, Schwäche, gelbliche Verfärbung der Schleimhäute - auftreten, wird ein Tierarztbesuch zur Pflicht. Da die Symptome sehr unspezifisch sind, kann nur dieser eine treffende Diagnose stellen.

Den besten Schutz betreiben Sie, wenn Sie verhindern, dass Ihr Hund zwischen Frühsommer und Frühherbst aus stehenden Gewässern trinkt oder darin badet. Viel besser: Suchen Sie zum ungetrübten Badespaß Fließgewässer auf und nehmen Sie auf längere Spaziergänge eigenes Trinkwasser für den Hund mit!

Zeckenbisse – Wie entfernt man die lästigen Plagegeister?

"Mein 'Jack', ein äußerst aktiver Yorkshire-Terrier, liebt Waldspaziergänge über alles. Von unseren Ausflügen ins Grüne bringt er aber leider häufig Zecken mit, die ich ihm dann entfernen muss. Ich benutze dafür eine Pinzette – was muss ich beim Rausziehen der Quälgeister beachten? Sollte ich mir lieber Spezialwerkzeug besorgen?"

David R. mit 'Jack'

Unsere Antwort: Zecken schnell und gründlich entfernen!

Wichtig bei der Entfernung von Zecken ist, dass dies möglichst schnell nach dem eigentlichen Befall geschieht. Die höchste Gefahr einer Infektion – etwa mit den gefährlichen Borrelien – besteht für Ihren Hund nach sechs und mehr Stunden. Dann haben sich die Zecken voll gesaugt und es kann zum Blutaustausch kommen.

Beim Entfernen muss man jegliche Einwirkung von außen vermeiden. Dies betrifft vor allem die oft fatalerweise empfohlenen „Hausmittel“, wie Öl oder Benzin – durch deren Einsatz kommt es bei den Blutsaugern zum Erbrechen und damit zur Übertragung möglicher Krankheitserreger. Mit speziellen Zeckenzangen, aber auch mit handelsüblichen Pinzetten, sollte man die Zecken so dicht wie möglich an der Bissstelle packen und mit einem schnellen, kräftigen Dreh entfernen. Reißt man einfach am Leib der Biester, kann es passieren, dass die eventuell infiziösen Beißwerkzeuge der Parasiten in der Hunde-Haut stecken bleiben und weiteres Unheil anrichten. 

Patella-Luxation – Muss unbedingt operiert werden?

"Mein Dackel-Rüde 'Anton' hat Probleme mit seinen Kniegelenken. In den letzten Monaten kam es bei ihm zweimal zu einer Verlagerung der Kniescheibe (Patella-Luxation). Wird dadurch eine für meinen Hund unangenehme Operation unumgänglich?"

Peter B. mit 'Anton'

Unsere Antwort: Alternative Behandlung oft möglich

Neben dem operativen Eingriff gibt es noch andere Wege, mit einer Patella-Luxation umzugehen. So kann durch eine spezielle Physiotherapie gezielt auf die schwachen Bänder, Sehnen und Muskeln hin eingewirkt werden. Dabei kann eine Orthrese eingesetzt werden, welche die Patella in ihrer Ursprungslage stabilisiert. Diese Orthrese ist leicht vom Besitzer zu wechseln.

Auch weitere Maßnahmen, wie etwa eine Elektro- oder Ultraschalltherapie, können unterstützend oder vorbeugend wirken. Die meisten Methoden werden dabei aus der humanen Sportmedizin entlehnt. Im Einzelfall sollte man den behandelnden Tierarzt also auch nach diesen oder ähnlichen alternativen Behandlungsmethoden fragen.

Insektenstiche – Wann wird es gefährlich?

"Ich habe eine kleine Labradordame namens 'Ana', die gerne ihre Schnauze überall rein steckt. Nun mache ich mir etwas Sorgen über Insektenstiche, da es bei uns im Ort vor allem im Sommer viele Wespen und Bienen gibt. Was muss ich bei einem Stich tun?"

Jeanette D. mit 'Ana'

Unsere Antwort: Gut kühlen – bei allergischen Reaktionen sofort handeln!

Bienen- und Wespenstiche sind für einen gesunden Hund meist gut zu verkraften. Stechen die Stacheltiere lediglich in eine Pfote, reichen gutes Kühlen und ein paar Streicheleinheiten völlig aus. Gefährlich wird es, wenn die Stiche in die Schnauze oder die Zunge erfolgen. Starke Schwellungen können dann zu Atemproblemen führen – in diesen Fällen sollte man sehr zeitnah einen Tierarzt aufsuchen.

Noch mehr Eile ist bei einer allergischen Reaktion geboten! Droht Ihrem Hund ein Schockzustand, bei dem schwere Atemnot auch dann auftreten kann, wenn der Stich nicht im Schnauzenbereich erfolgte, sollte auf schnellstem Weg ein Tierarzt aufgesucht werden.

Impfungen – Wann und gegen was?

"Ich möchte den bestmöglichen Schutz für meinen jungen Schäferhund-Rüden 'Milan'. Gibt es eine offizielle Impfempfehlung, damit ich sicher sein kann, dass beim Tierarzt auch die wichtigsten Stoffe verabreicht werden?

Sylvia mit 'Milan

Unsere Antwort: Fünf Hauptimpfungen werden empfohlen

Laut Empfehlung der 'Ständigen Impfkommission vet. Für Hunde' sollte Ihr Vierbeiner gegen folgende Infektionskrankheiten immer geschützt sein: Staupe, Ansteckende Leberentzündung (HCC), Parvovirose, Leptospirose, Tollwut.
Darüber hinaus können bei einzelnen Hunden auch weitere Impfungen vorgenommen werden, etwa gegen Babesiose, Borreliose, Pilzinfektionen, Zwingerhusten. Hier sollten Sie sich mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens abstimmen.